Erzählspaziergang45 Min.1,2 km5 Stationen

Eine Stadt, fünf Orte, zweitausend Jahre. Diese Erzählwanderung beginnt auf der Brücke, die alle die Römerbrücke nennen, steigt zum Hügel hinauf, wo phönizische Händler die ersten Mauern errichteten, führt weiter zur maurischen Burg, tritt in die Kirche der sieben Ritter ein — und endet am Fluss, wo Fischerfrauen einst den Morgenfang ausriefen. Jeder Halt eröffnet das nächste Kapitel der Geschichte Taviras.

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    Römische Brücke (Ponte Antiga)

    5 Min.

    Kapitel 1

    Die Brücke, die nicht römisch ist

    Alle in Tavira nennen sie die Römerbrücke — doch Historiker gehen davon aus, dass ihr ältestes Mauerwerk aus der mittelalterlich-islamischen Zeit stammt, höchstwahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert. Der Name hält sich, weil die Legende einfach zu schön ist, um sie aufzugeben.

    Die Brücke war nie bloß Infrastruktur. Einst bewachten Türme beide Enden, und um 1600 standen Häuser auf einem mittleren Pfeiler. Jahrhundertelang war sie die Lebensader der Stadt — Markthändler, Stadtbewohner und Pilger, alle überquerten den Fluss hier.

  2. 160 m
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    Ruínas Fenícias

    5 Min.

    Kapitel 2

    Wo Tavira begann

    Taviras Geschichte beginnt hier, auf dem Hügel Santa Maria — vor fast dreitausend Jahren. Im späten 8. Jahrhundert v. Chr. segelten phönizische Kaufleute aus dem östlichen Mittelmeerraum den Fluss Gilão hinauf und gründeten einen ummauerten Handelsposten: eine der westlichsten phönizischen Siedlungen in ganz Iberien.

    Aus einem bescheidenen bronzezeitlichen Dorf wurde ein geschäftiges Handelszentrum, das den Atlantik- mit dem Mittelmeerhandel verband. Die Steine zu Ihren Füßen sind das älteste Kapitel der Stadt — alles andere auf diesem Rundgang wurde auf dem errichtet, was hier begann.

  3. 40 m
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    Castelo de Tavira (Burg von Tavira)

    8 Min.

    Kapitel 3

    Die maurische Festung

    Die Burg nahm im 11.–13. Jahrhundert unter maurischer Herrschaft Gestalt an. Die Almohaden errichteten Mauern aus Stampflehm — taipa — und den bemerkenswerten achteckigen albarrã-Turm. Ein Tor mit Hufeisenbogen erinnert noch heute an die arabischen Jahrhunderte der Stadt; selbst der Name Tavira geht auf sie zurück.

    Archäologen haben hier keine vorislamische Festung gefunden: Dieser Hügel ist das Monument des maurischen Tavira. Von den Wehrgängen aus liegen Ihnen die Stadt, die Salinen und das Meer zu Füßen — genau die Landschaft, die es wert war, Tavira zu befestigen.

  4. 70 m
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    Igreja de Santa Maria do Castelo

    7 Min.

    Kapitel 4

    Sieben Ritter und ein neuer Glaube

    1242 eroberten christliche Truppen unter Dom Paio Peres Correia, dem Meister des Santiago-Ordens, Tavira. Wo die Hauptmoschee der Stadt gestanden hatte, erhob sich eine Kirche — geistliche Heimat und zugleich Ehrung der sieben Ritter, die in der Schlacht gefallen waren. Ihre Grabplatten sind noch heute hier.

    Aus schlichter gotischer Pfarrkirche wuchs das Gebäude zu Schichten verschiedener Stile heran, und nach dem großen Erdbeben von 1755 wurde es umfassend wiederaufgebaut. Ein Gebäude, drei Epochen Glaubensgeschichte: Moschee, mittelalterliche Kirche, barocke Restaurierung.

  5. 390 m
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    Antigo mercado do peixe (Alter Fischmarkt)

    5 Min.

    Kapitel 5

    Salz, Thunfisch und das Meer

    Der alte Fischmarkt — Mercado da Ribeira — wurde 1887 eröffnet; sein Eisengerüst und die neoklassizistischen Details ersetzten die offenen Stände am Gilão. Im Morgengrauen tobte hier das Leben: Fischerfrauen wetteiferten darum, Thunfisch, Sardinen und Oktopus frisch aus dem Meer zu verkaufen, Bauern boten Mandeln und Gemüse an.

    „O mercado era onde a alma de Tavira se revelava a cada manhã“ — der Markt war der Ort, an dem sich Taviras Seele jeden Morgen offenbarte. Er ist bis heute ein Treffpunkt — und ein passendes Schlusskapitel: Nach Eroberung und Kathedralen gehört Taviras Geschichte den Menschen, die vom Meer lebten.