Die Kirche oben auf dem Hügel ist Taviras Hauptkirche, und das meiste, was man sieht, stammt aus den 1790er Jahren. Das Erdbeben von 1755 beschädigte sie schwer, und Bischof Francisco Gomes do Avelar ließ sie vom Italiener Francisco Xavier Fabri als klassizistische Kirche wieder aufbauen. Das Portal in der Fassade aber ist gotisch, von etwa 1400, und nach den Chroniken steht die Kirche dort, wo die Hauptmoschee der Stadt lag, als der Santiagoorden Tavira 1242 einnahm. Im Chor liegen, so sagt die Überlieferung, Paio Peres Correia und die sieben Ritter, deren Tod der Anlass zur Eroberung wurde. Ob er wirklich hier liegt, ist umstritten. Der Stein ist trotzdem sehenswert.
Die Chronik sagt, der Santiagoorden habe die Hauptmoschee zur Kirche Santa Maria gemacht, als er Tavira einnahm, nach der gängigen Datierung am 11. Juni 1242. Von der Moschee ist nichts nachgewiesen. Der Uhrturm könnte das Minarett sein: Er ist quadratisch und rund fünf Meter breit, wo bescheidene Minarette unter drei Metern blieben. Aber ein Stich aus dem 17. Jahrhundert zeigt die Fassade mit zwei großen Türmen, sodass niemand weiß, ob es dieser ist. Der Chor weist nach Osten, und der Historiker Luís Campos Paulo schließt daraus, dass die Kirche von Grund auf neu gebaut wurde; die Moschee lag höchstens teilweise unter ihr.
Das Hauptportal mit vier spitzbogigen Archivolten und Blattkapitellen stammt von etwa 1400 und wurde nach 1755 in die neue Fassade eingebaut. Auch der Chor und zwei Seitenkapellen sind gotisch. Die Capela do Senhor dos Passos ist manuelinisch, aus den 1510er Jahren, bezahlt von Lançarote de Melo, Comendador des Ordens; das Gewölbe hat heraldische Schlusssteine, und an den Rippenansätzen zwei Drachen und einen Gürtel mit Schnalle. Die Visitationen des Ordens ab 1554 vermerken Umbauten: Steinpfeiler statt Marmorsäulen, Gewölbe statt Schilfdach.
Der Wiederaufbau begann 1790 unter Bischof Francisco Gomes do Avelar nach dem Entwurf des Italieners Francisco Xavier Fabri, und das Stadtmuseum nennt sie die wichtigste klassizistische Kirche der Algarve. Das Hauptretabel ist nicht gebaut, sondern gemalt: ein Trompe-l'oeil, das Joaquim José Rasquinho aus Loulé zugeschrieben wird, eines der wenigen in der Algarve. Dahinter fand man 2021 eine Holzkammer mit einem Thron aus Stufen und Wänden, bemalt mit dem Namen Gottes auf Hebräisch, Weizen und Trauben, unvollendet und rund 200 Jahre lang verdeckt.
An der rechten Seite des Chors sitzt ein gravierter Stein für die sieben Märtyrer: den Comendador-mor des Ordens, fünf Ritter und einen Kaufmann, die der Chronik zufolge während eines Waffenstillstands auf der Jagd bei Antas getötet wurden. Paio Peres Correia rächte sie und nahm die Stadt. Sein eigener Grabstein sagt, er sei am 10. Februar 1275 gestorben und 1751 hier beigesetzt worden; die Knochen wurden um 1724 gefunden. Die spanische Überlieferung sagt Talavera, später Tentudía, und nennt Tavira unwahrscheinlich. Es ist eine bessere Geschichte als die sichere.
Das Portal ist der älteste Teil der Fassade. Die Kreuzwegstationen sind an den Außenmauern in Stein gehauen. Innen befindet sich der Märtyrerstein an der rechten Seite des Chors, und das Hauptretabel sieht aus wie Stein, ist aber Malerei. Die Gemeinde hat Dacharbeiten laufen (knapp 400.000 Euro), sodass Teile der Kirche abgesperrt sein können. Die Kirche gehört zur Rota dos Templos Marianos.
Sie steht ganz oben innerhalb der Burgmauer, weil dort die Moschee lag, am höchsten und am besten geschützten Punkt der Stadt. Tavira hatte allem Anschein nach nur eine Moschee, mehrfach erweitert. Die Eroberer reinigten sie, weihten sie Maria und stellten einen Altar für den heiligen Barnabas auf, weil die Stadt an seinem Tag fiel; die Prozession jedes Jahr am 11. Juni ist die Quelle des Datums selbst. Wie viel von der Moschee noch steht, kann niemand sagen, ohne den Putz vom Uhrturm zu klopfen. Sandra Cavaco hat das vorgeschlagen. Geschehen ist es nicht.
Das Interessante sind die Schichten. Ein gotisches Portal und ein mittelalterlicher Chor, eine manuelinische Kapelle mit Drachen im Gewölbe, Azulejos von 1748, und um das alles herum eine klassizistische Kirche aus den 1790er Jahren mit einem Altar, der so gemalt ist, dass er wie Stein aussieht. Hinter dem Altar ein Raum, den jemand vor 200 Jahren aufgab und verdeckte. Selbst die Gräber sind zwei Geschichten: Paio Peres Correia hat hier einen Grabstein und in Spanien ein Grab. Die Kirche ist weniger gotisch als ihr Ruf und interessanter, als das klingt.