Was man durch den Zaun an der Calçada de D. Paio Peres Correia sieht, ist ein Loch im Boden mit Mauerresten darin. Es sieht nach nicht viel aus, aber es ist das älteste Stück Stadt in Tavira. 1997 legte die Archäologin Maria Maia hier 13 Meter einer phönizischen Stadtmauer aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. frei, bis zu 9,5 Meter dick, gebaut aus grob behauenem Kalkstein in rotem Lehm. Darunter lagen die Hüttenböden der Bronzezeit, darüber Häuser, Silberwerkstätten, ein Altar, eine islamische Gasse und das Stadtpalais der Familie Corte-Real. Die Gemeinde plant ein Museum an dieser Stelle. Bis es kommt, steht man am Zaun und schaut hinunter.
Es begann 1997 als Notgrabung. Maria Maia und das Campo Arqueológico de Tavira fanden eine Mauer eines Typs, den man aus Cádiz und Karthago kannte: zwei Schalen aus grob behauenem Kalkstein, mit rotem Lehm gebunden, dazwischen Querwände, sodass Kammern entstanden, die mit losen Blöcken gefüllt waren. Sie ist in zwei Abschnitten gebaut, beide in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr., und wird zusammen bis zu 9,5 Meter dick. In der Südostecke sitzt eine Bastion, die unter der portugiesischen mittelalterlichen Mauer abtaucht.
Die bequeme Erzählung lautet, die Phönizier seien hierher gesegelt und hätten einen Handelsposten angelegt. Maia weist sie zurück. Unter der Mauer liegen Hüttenböden und Schalen aus der späten Bronzezeit; hier wohnten Menschen, bevor irgendein Phönizier vorbeikam. Ende des 8. Jahrhunderts bekommt das Dorf geradlinige Steinhäuser, phönizische Keramik und eine Stadtmauer, wahrscheinlich über Cádiz. Mit Mauern, Heiligtum, zwei Häfen und einem Gräberfeld war es eine Stadt, eine der ersten phönizisch geprägten im iberischen Westen. Wer das Sagen hatte, weiß man nicht. Maia vermutet eine zugewanderte Oberschicht im großen Haus auf diesem Grundstück.
An der Innenseite der Mauer fanden die Ausgräber einen Kalkofen, eine Blasdüse aus Ton und einen kleinen, weichen Silberbarren. Die Silbergewinnung war eine der Einnahmequellen der Stadt. Da gab es also etwas, um das man eine Mauer ziehen konnte. Vom selben Grundstück stammt eine Tonscherbe mit phönizischen Buchstaben auf beiden Seiten, 2008 als Ostrakon veröffentlicht; Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. lebten hier also Menschen, die Phönizisch schrieben und lasen. Die Kultbrunnen aus derselben Zeit liegen nicht hier, sondern 60 Meter weiter nordwestlich unter dem Palácio da Galeria.
Um 500 v. Chr. wurde die Mauer zerstört und aufgegeben, und die Siedlung zog sich hinunter zum Hafen. Auf den Ruinen liegt ein Altar in Form einer Ochsenhaut aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Der Hügel wurde laut Maia im 4. Jahrhundert v. Chr. verlassen, andere sagen erst im 1. Jahrhundert v. Chr.; der Schwerpunkt verlagerte sich nach Cerro do Cavaco und später nach Balsa. Ab dem 11. Jahrhundert kamen die Mauren, und im 15. und 16. Jahrhundert baute die Familie Corte-Real ihr Stadtpalais auf das Ganze. Eine islamische Gasse und ein gotischer Bogen gehören zu dem, was freigelegt wurde.
Die Grabung liegt an der Calçada de D. Paio Peres Correia, wenige Schritte unterhalb der Burg. Zutritt gibt es nicht; man schaut durch den Zaun auf das Grabungsfeld hinunter, und groß ist es nicht. Die Gemeinde nennt den Ort "futuro Núcleo Fenício", doch 2026 hatte das Museum keine phönizische Abteilung. Die Funde von hier sind im Museu Municipal im Palácio da Galeria, wo auch die Kultbrunnen liegen.
Der Hügel am Gilão ist die Stelle in Tavira, die am längsten besiedelt ist. Die Mauer liegt auf halber Höhe des Südhangs, dem Fluss zugewandt, und Maia meint, sie habe sich nach Nordwesten hinunter zum inneren Hafen fortgesetzt. Kein Fort auf einer Kuppe. Eine Stadtmauer um eine Stadt mit zwei Häfen, Silberschmieden und Menschen, die schreiben konnten. Als die Portugiesen zweitausend Jahre später ihre Mauer um die Burg bauten, setzten sie sie auf die Bastion der Phönizier. Derselbe Hügel, dieselbe Kante.
Nicht viel, ehrlich gesagt. Ein Zaun und ein Feld mit Mauerresten auf mehreren Ebenen, und von der Straße aus ist nicht leicht zu erkennen, was phönizisch ist und was 16. Jahrhundert. Die Gemeinde nennt es eine künftige Museumsabteilung; eröffnet ist sie nicht. Das Ärgerliche ist, dass das, was da unten liegt, das Seltenste in der Stadt ist: eine Mauer eines Typs, für den man sonst nach Cádiz oder Alicante fahren muss, um ein Gegenstück zu finden, und der Beweis, dass Tavira achtzehnhundert Jahre vor den Mauren eine Stadt war. Das Museum im Palácio da Galeria hat die Funde und die Brunnen. Die Mauer muss man auf Treu und Glauben nehmen und durch den Drahtzaun suchen.