Erzählspaziergang90 Min.1,4 km7 Stationen

Das Viertel nördlich des Gilão: vom Musikpavillon im Garten über die Plätze zu den Eremitenkapellen und dem vergoldeten Inneren der Carmo-Kirche.

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    Jardim do Coreto

    5 Min.

    Kapitel 1

    Der Musikpavillon, der per Schiff kam

    Taviras ältester öffentlicher Garten wurde 1890 auf einem Gelände eröffnet, das im 16. Jahrhundert unter König Manuel I. als Marinewerkstätten gedient hatte. Sein Herzstück — ein kunstvoller gusseiserner Musikpavillon aus der Fundição do Ouro in Porto — kam per Schiff, und am Tag der Einweihung sollen die Menschenmengen so begeistert gewesen sein, dass in den Cafés der Stadt zum ersten Mal das Eis ausverkauft war.

    Seit 1944 ist der Pavillon von einem Zierteich umgeben, und der Garten ist bis heute Taviras Wohnzimmer: Sonntagskonzerte, Buchmessen, erste Verabredungen und Schildkröten, die sich am Teich sonnen.

  2. 220 m
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    Praça Dr. António Padinha

    10 Min.

    Kapitel 2

    Der Garten des Doktors

    Der Name Alagoa — die Lagune — erinnert an das Sumpfland, das einst hier lag, wo der Gilão eine Kurve beschreibt. Im 15. Jahrhundert war das Gebiet in Taviras Ausdehnung über den Fluss einbezogen worden, und elegante geflieste Häuser des 18. und 19. Jahrhunderts rahmen den Platz noch heute.

    Der Garten selbst ist republikanisch. 1915 verwandelte Bürgermeister Dr. António Padinha — ein örtlicher Arzt, der den ersten Baum eigenhändig gepflanzt haben soll — den kahlen Platz in den Jardim da Alagoa. Er starb im folgenden Jahr, und der Platz trägt seither seinen Namen.

  3. 60 m
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    Igreja de Nossa Senhora da Ajuda ou de São Paulo

    10 Min.

    Kapitel 3

    Schlicht wie der Altar des heiligen Paulus

    1606 für die Eremiten des heiligen Paulus gegründet — ihr einziges Kloster an der Algarve — ist diese Kirche ein Lehrbuch des portugiesischen „schlichten Stils“: weiß gekalkt, zurückhaltend, gebaut für nüchterne gemeinschaftliche Andacht. Ihr Boden aus roten Ziegeln und spanischen Keramikfliesen hat vier Jahrhunderte unverändert überdauert.

    Die sieben hölzernen Altaraufsätze wurden nie vergoldet — Unglück und knappe Kassen sorgten dafür — und so entstand die örtliche Redensart „schlicht wie der Altar des heiligen Paulus“. Als das Kloster 1834 aufgelöst wurde, sprang die Laienbruderschaft Unserer Lieben Frau der Hilfe ein und rettete die Kirche.

  4. 160 m
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    Ermida de Santa Ana

    10 Min.

    Kapitel 4

    Älter als die Erinnerung

    Als Inspektoren des Santiago-Ordens 1518 hierher kamen, hielten sie fest, diese Kapelle sei bereits „so alt, dass sich niemand erinnert, wer sie erbaut hat“. Vermutlich entstand sie bald nach der christlichen Rückeroberung von 1242, und mittelalterliche Gräber unter ihrem Boden und über den Platz verstreut zeugen von Jahrhunderten der Andacht.

    Das 18. Jahrhundert gestaltete sie im Barockstil um — der Glockenturm trägt die Jahreszahl 1727 — und nach dem Erdbeben von 1755, als der Gouverneur der Algarve seinen Sitz nach Tavira verlegte, diente diese bescheidene Eremitage als seine Privatkapelle.

  5. 340 m
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    Ermida de São Brás

    10 Min.

    Kapitel 5

    Ein Schild gegen die Pest

    São Brás — der heilige Blasius — war der Heiler der Kehlen, und im pestgeplagten 15. Jahrhundert errichteten ihm die Taviraner diese Eremitage direkt vor den Stadtmauern: ein spiritueller Schutzschild, der die Krankheit abfangen sollte, bevor sie die Gassen erreichte. Eine Laienbruderschaft betreute sie, und jedes Jahr am 3. Februar kamen die Menschen in Scharen zur Segnung der Kehlen.

    Das Erdbeben von 1755 beschädigte die Kapelle, und in den 1760er Jahren baute der Steinmetzmeister Diogo Tavares de Ataíde sie wieder auf und gab ihr den geschwungenen Rokoko-Giebel, den man heute sieht. Das ganze Viertel, Alto de São Brás, erhielt seinen Namen von ihr.

  6. 130 m
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    Igreja da Ordem Terceira de Nossa Senhora do Carmo

    15 Min.

    Kapitel 6

    Gold hinter einem einzelnen Glockengiebel

    Die Carmo-Kirche wurde von Laien erbaut: dem Dritten Orden vom Carmo, der sich 1737 per notarieller Urkunde Land nahe der Ermida de São Brás sicherte und 1744 mit dem Bau begann. Bischof Inácio de Santa Teresa wurde 1751 hier bestattet, und die Fassade — mit ihrem einzelnen Espadaña-Glockengiebel anstelle von Doppeltürmen — wurde 1792 vollendet.

    Drinnen wartet die große Überraschung des Spaziergangs: vergoldete Rokoko-Altaraufsätze, illusionistische Deckenmalereien und Seitenkapellen für karmelitische Heilige. Heute beherbergt der ehemalige Klosterflügel Taviras Wissenschaftszentrum Ciência Viva.

  7. 220 m
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    Ermida de São Lázaro

    10 Min.

    Kapitel 7

    Barmherzigkeit am Fluss

    Diese Kapelle entstand im späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert als Kirche eines Leprosariums — bewusst außerhalb der Stadt gelegen und dem heiligen Lazarus geweiht, dem Schutzpatron der Ausgestoßenen. Als die Lepra zurückging, baute die Fischerbruderschaft Unserer Lieben Frau der Errettung sie 1698 wieder auf und füllte sie mit Ex-voto-Gemälden vom Überleben auf See.

    Im 19. Jahrhundert wurde die Fassade vollständig mit blau-weißen Azulejos verkleidet. An den meisten Tagen sind die Türen verschlossen, doch die hohen Okulusfenster gewähren noch immer einen Blick auf drei vergoldete Barockaltäre.