Eine kleine weiß gekalkte Kapelle oben auf dem Hügel am anderen Flussufer, mit einem Rokokoportal und einem großen Fenster aus behauenem Stein, die feiner sind als der Rest des Hauses. Der Kirchenführer der Stadtverwaltung datiert sie ins 15. Jahrhundert, allerdings mit Fragezeichen, und auf einen Umbau im 18. Jahrhundert, der ihr die Fassade gab. Damals lag sie außerhalb der Stadt, und es war die Bruderschaft von São Brás, die sie betrieb. Später wuchs das Viertel Alto de São Brás um die Kapelle herum, und 1758 rechnete man sie zur Stadt. Die Tür ist meist verschlossen. Man kommt wegen der Fassade und wegen des Weges den Hügel hinauf, der zeigt, wie dieses Ufer von Tavira entstanden ist.
Die Kapelle ist spätmittelalterlich, und genauer wird es nicht. Der Führer der Stadtverwaltung schreibt "15. Jahrhundert (?)", und das Fragezeichen stammt vom Führer selbst. Sie lag damals außerhalb der Stadt und wurde von der Confraria de São Brás verwaltet, einer Bruderschaft, die es nicht mehr gibt. Die Tafel an der Kapelle sagt, Volksfrömmigkeit habe sie gegründet; der Führer sagt nichts dazu. Der Bau besteht aus einem Schiff und einem Chor, mit angebauter Wohnung des Eremiten. Laut einem Text der Stadtverwaltung standen im 16. Jahrhundert drei Altäre darin: São Brás in der Mitte, Santo António und Santa Bárbara zu beiden Seiten.
Interessant ist weniger das Gebäude als das, was um es herum geschah. Laut der Beschreibung des Stadtkerns von Tavira durch SIPA wuchsen die beiden Anhöhen am linken Ufer, Santana und São Brás, jeweils um ihre Kapelle herum, und im 15. und 16. Jahrhundert wurden beide Ufer und die Anhöhen zu einer zusammenhängenden Stadt. Am Ostende der Brücke stand ein Stadttor, die Porta de São Brás, bis es 1862 abgerissen wurde. 1758 führt der Pfarrbericht für Santa Maria die Kapelle unter denen auf, die innerhalb der Stadt liegen. Die Stadt war bis hierher gekommen.
Was man heute sieht, kam mit einem Umbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: das Portal und das große Fenster mit Rokokorahmen aus behauenem Stein, und der geschwungene Giebel darüber. Die Tafel schreibt die Arbeit dem Maurermeister Diogo Tavares de Ataíde zu, bekannt vom Wiederaufbau von São Sebastião in Tavira, und sagt, eine seitliche Vorhalle sei entfernt und das Schiff verlängert worden. Eine andere Wiedergabe des städtischen Textes sagt "oder einer seiner Nachfolger", und der Führer erwähnt ihn gar nicht. Tavares starb 1765. Dem Erdbeben von 1755 wird oft die Schuld gegeben, aber der Pfarrbericht von 1758 nennt hier keinen Schaden, und er nennt Schäden an anderen Orten.
São Brás, der heilige Blasius, ist der Heilige, zu dem Katholiken gegen Halsleiden beten, und sein Tag ist der 3. Februar mit dem Segen für den Hals. Ob dieser Brauch hier gepflegt wurde, sagt keine gelesene Quelle. Für die Bezeichnung Pestkapelle gibt es ebenfalls keinen Beleg. Der Kordon von Pestheiligen, den der Kunsthistoriker Marco Sousa Santos um Tavira zieht, besteht aus São Sebastião, São Roque und São Lázaro, und São Brás gehört nicht dazu.
Die Kapelle ist meist geschlossen, rechnen Sie also mit der Fassade. Das Portal und das Fenster sind das Sehenswerte, und der Giebel darüber; innen stehen zwei Holzfiguren, Nossa Senhora und São Brás, falls die Tür eines Tages offen ist. Gehen Sie von der Brücke hier herauf. Der Anstieg ist der eigentliche Sinn des Ortes.
Sie lag außerhalb der Stadt und wurde später umschlossen. SIPA beschreibt das linke Ufer von Tavira als zwei Anhöhen, die jeweils zuerst ihre Kapelle und dann ihre Häuser bekamen. Die Kapelle kam zuerst, die Bebauung danach. Das ist das Gegenteil von dem, was man erwartet, und der beste Grund, hier heraufzugehen. Die Gassen hinunter zum Fluss sind die Stadt, die die Kapelle an sich gezogen hat. Warum man gerade diesen Hügel wählte, sagt keine Quelle.
Die Quellen sind hier dünner als für die meisten Orte in Tavira. Ein Denkmalschutz wurde nicht gefunden, die Denkmalkarte bei SIPA ließ sich nicht öffnen, und der Baumeister ist eine Zuschreibung. Der Umbau im 18. Jahrhundert ist das Einzige, worin sich alle einig sind. Der Rest, das Gründungsjahrhundert, der Anteil von Tavares, und ob man sich hier am 3. Februar den Hals segnen ließ, ist entweder unsicher oder unbelegt. Das macht die Fassade nicht weniger sehenswert, aber das meiste, was im Netz über die Kapelle steht, ist geraten.