Kirche und altes Hospital füllen die ganze eine Seite der Praça Zacarias Guerreiro. Das Hospital do Espírito Santo wurde ab 1454 für Kranke und Verwundete der Feldzüge nach Marokko errichtet, und es war das Krankenhaus der Stadt bis in die 2000er Jahre. Die Kirche, wie sie heute steht, ist jünger: ab 1752 nach dem Entwurf von Diogo Tavares de Ataíde umgebaut, durch das Erdbeben von 1755 verzögert und 1768 fertiggestellt, eine der wenigen Barockkirchen der Algarve auf achteckigem Grundriss. Innen ist der Hochaltar gemalt, nicht geschnitzt; die Säulen sind Trompe-l'œil von 1805. Und in einer Seitenkapelle sitzt ein Sterngewölbe aus dem 16. Jahrhundert mit den Wappen zweier Adelsgeschlechter in den Schlusssteinen.
Das Hospital ist älter als die Kirche. Die Santa Casa da Misericórdia datiert es auf 1425 und zwei Bruderschaften, São Brás und Espírito Santo; die Stadtverwaltung rechnet ab 1454, als es auf einem Grundstück von Afonso V. für Kranke und Verwundete der Feldzüge nach Marokko errichtet wurde. Das Älteste, was man sieht, ist die Kapelle links, im 16. Jahrhundert von D. Mécia Corte Real gestiftet: ein Sterngewölbe mit den Wappen der Familien Melo und Costa in den Schlusssteinen. Ein Grabstein von 1549 liegt noch dort, und der Boden ist aus wiederverwendeten Grabsteinen gelegt.
Bis 1721 hieß die Kirche Espírito Santo wie das Hospital. Dann wurde sie São José. Die Stadtverwaltung schreibt, "man erzählt", der Grund sei ein Wunder in jenem Jahr mit einer Figur des Heiligen gewesen, die heute in einem der kleinen Altäre am Triumphbogen steht; eine spätere Überlieferung sagt, sie habe Blut geschwitzt. Das Hospital behielt seinen Namen. Am 24. Juli 1747 verlieh D. João V. der Kirche den Titel Capela Real und nahm sie unter seinen Schutz; daher das Königswappen mit Krone über dem Hochaltar und der Wappenstein mit Krone und Taube an der Fassade.
1752 beschloss die Krone, Kirche und Hospital unter Diogo Tavares de Ataíde aus Faro umzubauen. Drei Jahre später kam das Erdbeben, und die Arbeiten zogen sich bis 1768 hin, die Jahreszahl im Giebel. Tavares starb 1765, bevor sie fertig war. Der Grundriss ist ein Rechteck mit abgeschnittenen Ecken, ein unregelmäßiges Achteck nach dem Vorbild der Kirche Menino Deus in Lissabon von 1712, und dieser Typ ist an der Algarve selten. Der Hochaltar kam 1805 hinzu, als Joaquim Rasquinho Säulen und Retabel in Trompe-l'œil malte. Nur der Thron und zwei Konsolen sind echt.
Die Santa Casa übernahm das Hospital 1921, als die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg die Finanzen ruiniert hatte. Es war das Krankenhaus der Stadt bis in die 2000er Jahre, dann stand das Gebäude geschlossen; viel vom Inventar verschwand in jenen Jahren, sagt die Santa Casa, aber ein Bündel Pergamente aus der Gründungszeit haben sie noch. Am 24. Juni 2023 öffnete der Núcleo de São José in drei Räumen des Hospitals mit Eingang durch die Kirche: Instrumente, Apothekerwaren aus dem 20. Jahrhundert, Krankensaalschilder und Tafeln mit den Wohltätern.
Das Museum ist werktags 10-12.30 und 14-17 Uhr geöffnet, eine andere Quelle sagt ab 9; der Zugang führt durch die Kirche. Achten Sie auf die Jahreszahl im Giebel, den Wappenstein mit Krone und Taube und an der Nordmauer den kleinen Passo, eine Prozessionsstation. Innen: das Sterngewölbe in der Kapelle links, die Grabsteine im Boden und der Hochaltar, bei dem man erst aus der Nähe sieht, dass die Säulen gemalt sind. Die beiden kleinen Altäre am Triumphbogen sind Oratorien hinter Glas.
Achteckige Kirchen gibt es an der Algarve nicht viele. Das Vorbild ist Menino Deus in Lissabon von 1712. Die Quellen sagen nicht, warum, aber die Kirche war seit 1747 Capela Real, und der Wiederaufbau war eine königliche Entscheidung, also ging der Auftrag nicht an den nächstbesten Maurermeister. Daniel Santanas Buch über Diogo Tavares de Ataíde heißt schlicht Arquiteto Algarvio. Er starb 1765, drei Jahre bevor die Kirche fertig war, also wurden die letzten Jahre von anderen nach seinem Entwurf gebaut. Der Text der Unterschutzstellung schreibt, die Kirche sei "1768 entworfen" worden. Das passt nicht zum Todesjahr, und wir lassen es offen.
Der Hospitalflügel ist eine lange, glatte, weiß gekalkte Fassade mit einem einzigen Barockgiebel als Zierde, und dahinter ein moderner Anbau. Es ist nicht die Architektur, die die Leute hält. Es ist, dass Menschen aus Tavira hier mehr als fünfhundert Jahre lang behandelt wurden, und dass die letzten Generationen sich selbst daran erinnern; als die Santa Casa 2025 São José feierte, stand auf dem Programm auch "Chá e Memórias", ein Nachmittagstee mit ehemaligen Angestellten des Hospitals. Das Museum sind drei Räume, klein im Verhältnis zu dieser Geschichte. Viel ging verloren, während das Gebäude leer stand. Aber die Pergamente aus der Gründungszeit liegen noch dort, und die Kirche ist weiter in Gebrauch.