


Draußen in der Marsch, zwei Kilometer südöstlich der Stadt, liegt eine Ruine, die, soweit bekannt, nie einen Schuss abgegeben hat. Das Forte do Rato wurde in den 1570er Jahren unter D. Sebastião begonnen, um die Einfahrt zum Hafen von Tavira zu decken. Während man baute, wanderte die Barre nach Osten, und das Fort stand an einer Einfahrt, die die Schiffe nicht mehr benutzten. 1753 nannte ein Ingenieur es ein kleines Fort, das keine Verteidigung ist, und ab 1792 war es nur noch Pulverdepot. Drei Bastionen, ein Portal und eine gemauerte Brücke über den Graben sind geblieben, mit Salinen und der Ria Formosa ringsum. Es lohnt sich, hinauszugehen, gerade weil es gescheitert ist.
1530 bat Tavira D. João III. um vier Karavellen gegen algerische Piraten und bekam ein Nein. In den 1570er Jahren begannen die Arbeiten auf der Ilha das Lebres, einer Insel gegenüber der neuen Barre, wo der Gilão ins Meer mündete. Als der König 1573 die Stadt besuchte, fuhr D. Duarte den Fluss hinunter, um den Ort zu sehen. Das Projekt wird einem italienischen Ingenieur zugeschrieben, João Maria Beneditte; die Zeichnung ist nicht erhalten. Geplant waren fünf Bastionen. Das Problem war die Barre. Sie wanderte nach Osten, während man baute, und nahm den Sinn des Forts mit sich.
1617 schrieb der Militäringenieur Alexandre Massai, es sei "principiado um forte de cinco baluartes", drei zum Meer und zwei niedrige zum Land. 1621 empfahl er, es abzureißen und den Stein anderswo zu verwenden. So weit kam es nicht, aber die beiden Landbastionen verschwanden spurlos; deshalb heute drei Bastionen, nicht fünf. 1654 ließ D. João IV. die Arbeiten wieder aufnehmen, und das Fort erhielt den Namen Forte de Santo António de Tavira. Es half nichts. 1656-72 baute man das Forte de São João da Barra bei Gomeira, wo die Barre nun lag.
1753 nannte der Ingenieur Pedro de Santa Colomba den Ort ein "Fortim o qual não é defensa nenhuma", ein kleines Fort, das keine Verteidigung ist: Die Bastionen waren zu niedrig für Artillerie, und der Gouverneur musste eine Brücke selbst bezahlen, damit man bei Ebbe zu Fuß hinauskam. 1792 waren es neun Mann und zwei Kanonen, eine davon ohne Ausrüstung; das Fort war nur noch Pulverdepot. 1821 war die Artillerie weg und das Tor halb zerstört.
Wann das Fort aufgegeben wurde, darüber sind sich die Quellen uneins: 1830, 1840 oder schon 1825-26. Dann kommt der Teil, den ich am liebsten mag. 1863 war das Land ringsum bestellt und gab guten Roggen. 1875 waren Quader, Platten und Ziegel gestohlen, und die Wurzeln der Feigenbäume fraßen den Rest. Von 1882 bis 1938 war der Ort als Weide verpachtet, eine Zeit lang für das Vieh der Armen. 1981 sicherte der Staat die Mauern und fällte die Feigenbäume; 1983 unter Schutz gestellt. Seit 2016 steht das Fort auf der Revive-Liste zur Verpachtung, noch immer "in Vorbereitung".
Fahren oder gehen Sie vom Kreisverkehr am Ende der Rua Almirante Cândido dos Reis; das letzte Stück ist Feldweg. Das Fort ist Staatsbesitz und steht leer im Parque Natural da Ria Formosa. Achten Sie auf das Portal aus Bossenquadern, die gemauerte Brücke über den Graben, die mittlere Bastion mit erhöhter Batterie und den Brunnen, den Massai 1617 erwähnte. Die Salinen daneben heißen offiziell "Salinas perto do Forte do Rato".
Das Fort liegt dort, wo die Barre in den 1570er Jahren lag. Wollte man die Einfahrt zum Hafen von Tavira decken, war die Ilha das Lebres der richtige Ort. Aber die Barren der Ria Formosa bleiben nicht stehen. Schon 1617 schrieb Massai, die Barre habe sich nach Osten verlagert, und 1717 lag sie vor Gomeira, wo São João da Barra gebaut worden war. Der Sand hat die Insel seither mit dem Festland verbunden, sodass man heute über die Marsch hinausgeht. Der Ort war nicht falsch gewählt. Die Küste bewegte sich nur schneller, als man bauen konnte.
Drei Bastionen nach Südosten, die mittlere am größten und mit erhöhter Batterie; eine Landfront nach Nordwesten mit Portal aus Bossenquadern und einer gemauerten Brücke über einen halb verfüllten Graben; Reste von Pulvermagazin, Wachhaus, Kasernen und Gouverneurshaus; der Brunnen aus Massais Zeit. Alles ist Ruine, und das ist kein Zufall. Kein Gefecht ist belegt, und was die Nachbarn im 19. Jahrhundert nicht wegtrugen, holten sich die Feigenbäume. Der Staat sicherte es 1981 und sucht seit 2016 über Revive einen Pächter. Bis dahin teilt man es sich mit den Salinen und den Vögeln.