

Das ummauerte Dorf draußen bei Quatro Águas ist ein Hotel, und davor war es ein Lager für Thunfischfischer. Die Companhia de Pescarias do Algarve baute es 1943-45, nachdem das Meer das alte Lager der Gesellschaft auf der Ilha de Tavira gefressen hatte, und weihte es am 15. April 1945 ein. Innerhalb der Mauer gab es Häuser für rund 150 Familien, Schule, Bäckerei, Kapelle und Sanitätsposten, nur in Gebrauch vom Frühjahr bis zum Spätsommer, wenn der Thunfisch vorbeizog. 1971 lief die letzte armação vom Kai aus, 1972 schloss das Lager, und seit 2000 ist es das Hotel Vila Galé Albacora. Das Museum in der alten Bäckerei ist kostenlos, und es ist der Grund, hier herauszufahren.
Die Companhia de Pescarias do Algarve wurde 1835 gegründet und betrieb die armação Medo das Cascas, eine feste Netzanlage vor dem Forte do Rato. Die Fischer wohnten auf der Ilha de Tavira. Nach der künstlichen Barre von 1926 begann das Meer, an der Insel zu fressen. Marco Lopes hat die Sitzungsprotokolle der Gesellschaft gelesen: Häuser wurden im März 1936 zerstört, im April 1941 war das Lager "condenado a desaparecer", und ein Sturm im Juni 1942 nahm den Rest. Die Gesellschaft pachtete ein Grundstück im Sapal do Rato und bat den Ingenieur José Sena Lino, ein neues Lager auf festem Grund zu entwerfen. Der Name ist der des Comendador Ferreira Neto, Leiter der Gesellschaft bis zu seinem Tod 1935.
Der Bau begann im Mai 1943, und am Sonntag, dem 15. April 1945, wurde das Lager mit Staatssekretär Castro Fernandes eingeweiht, während der Gemeindepfarrer António do Nascimento Patrício Lager und Netze segnete. Die Schule kam 1947, die Kapelle 1949. Das Gelände ist 37.500 Quadratmeter groß, ganz ummauert, mit zwei Toren. Das Turmgebäude teilt es in eine Hälfte mit Lagern und Werkstätten und einen Wohnteil mit zwei Plätzen und fünf Straßen. Urbano Rodrigues nannte es im Diário de Notícias "o acampamento da tribo que vai arrancar aquela riqueza ao mar", das Lager des Stammes, der jenen Reichtum dem Meer entreißen soll.
Jedes Frühjahr segnete der Gemeindepfarrer die Netze mit Salz und Wasser, und die Karmeliten in Tavira und Faro bekamen den Verkaufswert der ersten Thunfische; Marco Lopes hat das Ritual aus den Papieren der Gesellschaft. Die Fänge gingen ab 1961 zurück. 1970 und 1971 wurde ein Thunfisch im Jahr gefangen, und 1972 schloss die Gesellschaft. Von 1975 bis 1994 vermietete die Gemeinde die Häuser an Rückkehrer aus den Kolonien. Vila Galé kaufte die Anlage 1997, und das Hotel öffnete nach dem Umbau 1999-2000, laut Faísca 2001. Die Unterschutzstellung kam erst 2002, nach dem Umbau. Das Urteil von SIPA ist nüchtern: Die Volumen sind erhalten, das Innere der Wohnungen ist total verändert.
Das Museum, Núcleo Museológico da Pesca do Atum, liegt in der alten Bäckerei und ist kostenlos: ein Modell einer almadrava, Fotos und Dokumente der Gesellschaft und Hélder Mendes' RTP-Dokumentarfilm "Almadrava" von 1968. Achten Sie auf das Azulejo-Paneel mit São Gonçalo de Lagos in der Kapelle, die Inschrift ESCOLA an der alten Schule, die heute Kinderclub ist, und den Turm des Verwaltungsgebäudes, der das Lager in zwei Teile teilt. Das Forte do Rato liegt nah, draußen in den Dünen.
Die Netze lagen vor dem Forte do Rato, und die Fischer mussten in den Monaten, in denen der Thunfisch vorbeizog, nah bei ihnen wohnen. Solange die Insel hielt, wohnten sie dort draußen. Als das Meer nach der Barre von 1926 begann, die Insel zu fressen, waren die Dünen bei Quatro Águas der nächste feste Ort; das Grundstück pachtete die Gesellschaft 1941 von der Direcção Hidráulica do Guadiana. Die Adresse ist von der Entfernung zu den Netzen diktiert, nicht von der Aussicht.
Die Mauern, die Tore, der Turm, die Straßen und die Plätze, die Kapelle mit ihrem Azulejo-Paneel und die Schule mit ihrer Inschrift. Innen sind die Wohnungen zu 161 Hotelzimmern umgebaut, und SIPA nennt die Veränderung des Inneren total. Der Ort muss also von außen gelesen werden, als Grundriss: der Industrieteil, der Wohnteil und das Turmgebäude, das sie trennt. DGPC nennt es ein Dorf im rustikal-portugiesischen Stil, Rationalismus des Estado Novo in "materiais portugueses". Was hinter den Mauern in 26 Saisons vor sich ging, liegt im Archiv der Gesellschaft, 2000 der Gemeinde übergeben: 8 Kisten, 27 Bücher und 55 Hefte.